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Repräsentative Umfragen sind kostspielig und werden oft mit einem grossen Knaller widerlegt. So immer wieder bei politischen Abstimmungen. Gerne gesehen von den Politikern, weniger von denen, welche die Umfrage publiziert haben. Im Vorfeld der Minarett-Initiative beispielsweise wurde der Initiative gemäss Umfragen keine Chance gegeben. Doch dann der Abstimmungssonntag im November 2009. Der Bau von Minaretten wird in der Schweiz verboten, das Schweizer Volk hat mit 57,5 Prozent der Vorlage zugestimmt. Das Resultat war derart überraschend, dass sich sogar Politologen und Meinungsinstitute hinterfragen mussten oder zumindest wollten. Zumindest seit diesem Tag werden die Umfragen mit mehr als einem kritischen Auge verfolgt. So ist aus repräsentativen Umfragen zwar ein Spiegel und Massstab geworden, man weiss, dass nur der sicher im Sattel sitzt, der das Resultat am Ende kennt.

Trotzdem sind natürlich Umfragen in der Medienwelt sehr gerne gesehen und werden noch viel lieber gemacht. Heute braucht es gar nicht mehr so viel Aufwand. Geglaubt wird dem, der die Meinung macht. Schön auch der Slogan der deutschen Boulevard-Zeitung „Bild dir Deine Meinung.“ Gemeint ist wohl, dass einem gesagt wird, was man meinen soll. Mit Umfragen kann man dies sehr gut. Der Effekt daraus: Man liest Umfragen und denkt sich, wen in aller Welt die denn wohl befragt haben.

Ist diese Umfrage räpresentativ?

  • Ja 50%
  • Nein 57%
  • weiss nicht 84%

 

Oft werden heute zu journalistischen Inhalten noch Umfragen dazugesetzt. Dass die Resultate nicht aussagekräftig sind, erkennt auch der Laie sehr schnell bei der Betrachtung der Grundgesamtheit. Man weiss häufig bereits im Voraus, was für ein Resultat am Ende vorliegen wird. Trotzdem werden diese Umfragen gemacht und sehr oft mit Statements angereichert. Gerade die neuen Medien mischen da ganz toll mit und präsentieren in den Morgenstunden an den Bahnhöfen ihre Umfrageresultate in grossen Buchstaben. Gerade auf der Plattform Facebook sind die User schnell mal einer Meinung.

Es werden Medienmitteilungen an Unternehmen verschickt, bei denen die Grösse einer Gruppe hervorgehoben wird. Als Beispiel: Frage die Facebook-Community, ob sie auch gratis Bahn und Bus fahren wollen. Dann fordern innert kürzester Zeit Tausende die Tarif-Abschaffung im öffentlichen Verkehr. Das ist ein tolles Druckmittel, das aber gar nichts zu sagen hat. Zumal man auf Facebook nur „gefällt mir“ und nicht „gefällt mir nicht” drücken kann. Sei auch noch die Frage gestellt, ab wie vielen „gefällt mir“-Klicks eine Gruppe wirklich gross ist.

Facebook-Umfragen schaffen es aber immer häufiger in die Medien, weil diese sehr oft populistisch sind. Das kommt an, wenn viele Leute gemeinsam etwas wollen. Doch was wird eigentlich aus den Forderungen auf Facebook? Meistens gar nichts, ein kurzer Aufschrei und dann auf Wiedersehen.

Abschliessend erlaube ich mir deshalb noch meine Meinung: Facebook-Umfragen sind für die Katz und Futter für die Medien während der Saure-Gurken-Zeit.

Wenn aber bei mir jemand auf Facebook die Frage stellen würde, ob ich schon einmal eine Facebook-Umfrage als Grundlage für eine Geschichte benutzt hätte, müsste ich wohl oder übel „gefällt mir“ anklicken.

Darum ist meine Meinung, Facebook Umfragen sind für die Katz und Futter für die Medien während der Saure Gurken-Zeit.

Wenn aber bei mir jemand auf Facebook die Frage stellen würde. Haben sie schon einmal eine Facebook Umfrage als Grundlage für eine Geschichte benutzt, müsste ich wohl oder übel gefällt mir anklicken.

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